Dauthendey, Josa Gerth. Roman.
Dauthendey, Josa Gerth. Roman.
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Dauthendey, Max (1867 – 1918). Josa Gerth. Roman. Dresden und Leipzig, Pierson (1893). VIII, 185(1) S. Geblümter OPbd. m. verg. Rücken- u. Deckeltitel (gering fleckig). Einzige Ausgabe. Osthoff 37. Wilp.G. 1. – Erstlingswerk! – In Josa Gerth, Dauthendeys erstem Roman, spiegelt sich vor allem seine neue Weltreligion wieder. Es wird das Erwachsenwerden Josa Gerths beschrieben, die sich erst zart, später heftiger von der christlichen Religion löst, dennoch einen protestantischen Pfarrer heiratet, diesen Zwiespalt auf Dauer jedoch nicht durchhält und sich von ihm trennt. Ebenso spiegelt sich die Suche Dauthendeys nach starken Menschen wieder, an die er sich – hier Josa – anlehnen kann. Eingewoben ist der „Pfauenhof“, ein getreues Spiegelbild der „Neuen Welt“, dem Gutshof der Rostoskys oberhalb von Würzburg, auf dem Dauthendey den Roman begann und wo auch Rilke später immer wieder zu Gast war. Eingewoben auch der Dichter J. P. Jacobsen, dem dieser Roman im übrigen gewidmet ist (″Dies Buch einem Toten“), der als Naturwissenschaftler Wiking den Part des Vertreters der neuen Weltallreligion übernimmt. – Dauthendey hatte sich gerade von seinem dominierenden Vater Carl gelöst und war nach Berlin gekommen. Dort hatte Richard Dehmel das Buch in die Hand bekommen und war von der „farbigen“ und „erstaunlichen Ausdrucksweise“ sehr beeindruckt. Dehmel war es, und nicht Stefan George (der auf Dauthendey keinen großen Eindruck machte), der in Dauthendey den Dichter weckte, ihn von einem „dichtungsungläubigen in einen dichtungsgläubigen Menschen“ wandelte. So blieb Josa Gerth über lange Jahre die einzige Prosadichtung Dauthendeys und erlebte – ausser in der Gesamtausgabe – ungerechtfertigterweise nie eine Neuauflage. – Pierson war ein bekannter Kommissionsverlag, der meist gegen Druckkostenbeteiligung vielen Autoren ihr Debut erlaubte, so erschienen dort auch Hesses „Romantische Lieder“ (1899). – Schnitt minimal angestaubt, aber innen sauberes Exemplar. – Rarissimum einer vermutlich nur wenige hundert Exemplare umfassenden Auflage.
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